Im November/ Dezember 2006 und auch 2007/2008 ist es im Ammerland zu einem gehäuften Auftreten von Durchfallerkrankungen, ausgelöst durch Noro-Vieren gekommen. Das Gesundheitsamt Westerstede hat ein Merkblatt herausgegeben, daß ich hier dokumentieren möchte.

1. Allgemeines:

Noro-Viren sind weltweit verbreitet. Sie sind für einen Großteil der nicht bakteriell bedingten Magen-/Darmerkrankungen bei älteren Kindern und Erwachsenen verantwortlich. Noro-Viren sind häufige Ursache von akuten Erkrankungsausbrüchen in Gemeinschaftseinrichtungen wie Alten-, Pflege- und Kinderheimen. Sie können aber auch für einzelne Magen-/Darmerkrankungen verantwortlich sein.
Infektionen mit Viren der Noro-Virus-Gruppe können das ganze Jahr über auftreten, wobei eine Häufung in den Wintermonaten zu beobachten ist.

2. Erreger:

Die Noro-Viren gehören zu den doppelsträngigen unbehüllten RNA-Viren. Der Mensch ist das einzige bekannte Reservoir des Erregers.
Die Viren sind ausgesprochen resistent gegenüber Desinfektionsmitteln und Umwelteinflüssen.

3. Infektionsweg/Übertragung:

Die Noro-Viren werden im Stuhl des Menschen zu Beginn der Erkrankung in sehr großer Menge ausgeschieden. Die Übertragung erfolgt überwiegend fäkal-oral. Die Infektion wird von Mensch zu Mensch direkt durch engen Kontakt übertragen oder durch kontaminierte Speisen und Getränke.
Die sehr rasche Infektionsausbreitung innerhalb von Gemeinschaften lässt darauf schließen, dass in der akuten Phase auch die Üertragung durch Tröpfcheninfektion möglich ist. Es reichen nur wenige Viruspartikel (10!) aus!

4. Inkubationszeit:

Die Inkubationszeit (Zeitraum zwischen Aufnahme des Erregers und den ersten Krankheits-symptomen) liegt bei Noro-Viren zwischen 12 und 48 Stunden.

5. Krankheitsbild:

Noro-Viren verursachen akut beginnende Magen- und Darmerkrankungen, die durch Erbrechen und starke Durchfälle gekennzeichnet sind und zu einem erheblichen Flüssigkeitsverlust führen können. In der Regel besteht ein ausgeprägtes Krankheitsgefühl mit Bauchschmerzen, Übelkeit, Kopfschmerzen, Muskelschmerzen und Mattigkeit.
Die Temperatur kann etwas erhöht sein, jedoch kommt es meist nicht zu hohem Fieber. Wenn keine anderen Grunderkrankungen vorliegen, bestehen die Symptome etwa 12 bis 72 Stunden.
Die Krankheit kann auch leichter oder symptomlos verlaufen.

6. Dauer der Ansteckungsfähigkeit eines Erkrankten:

An Noro-Viren erkrankte Personen sind während der akuten Erkrankung und mindestens bis zu 48 Stunden nach Abklingen der klinischen Symptome durch Tröpfcheninfektion ansteckungsfähig. Das Virus kann noch über einen längeren Zeitraum mit dem Stuhlgang ausgeschieden werden.

7. Therapie:

Eine spezifische Behandlung gegen die Noro-Viren steht nicht zur Verfügung. Die Therapie erfolgt symptomatisch und durch Ausgleichen des Flüssigkeits- und Elektrolyt-verlustes.

8. Prävention:

Als Präventionsmaßnahme gelten die allgemeinen Hygieneregeln in Gemeinschaftseinrichtungen und privaten Haushalten. Sollte es zu einem größeren Ausbruch in Gemeinschaftseinrichtungen kommen, so erarbeitet das Gesundheitsamt mit dem Betreiber ein Konzept zur Unterbindung der Infektionskette.
Eine Schutzimpfung gegen Noro-Viren steht nicht zur Verfügung.

9. Schutzmaßnahmen zur Verhinderung einer Übertragung:

Erkrankte Personen sollten in der akuten Erkrankungsphase Bettruhe einhalten und bis zu 48 Stunden nach Abklingen der Symptome den Kontakt mit anderen Personen möglichst vermeiden. Anschließend ist auf eine gründliche Händehygiene zu achten, da die Erreger noch über einen längeren Zeitraum mit dem Stuhlgang ausgeschieden werden können.

Händehygiene:

Die Hände sind nach jedem Benutzen der Toilette gründlich mit Seife (portionierbare Flüssigseife) zu waschen. Zur Händetrocknung sind in Gemeinschaftseinrichtungen Einmalhandtücher zu verwenden. In privaten Haushalten können auch Stoffhandtücher personenbezogen genutzt werden. Diese sind dann täglich zu wechseln.
Vor Arbeitsbeginn in der Küche sind ebenfalls die Hände zu waschen.

Toilettenhygiene:

Eine regelmäßige gründliche Reinigung mit unverdünntem WC-Reiniger reicht in privaten Haushalten aus. Wenn die Möglichkeit besteht, sollten Erkrankte eine separate Toilette benutzen.

In Gemeinschaftseinrichtungen kann das Gesundheitsamt spezielle Anordnungen treffen, die zur Unterbindung der Infektionskette beitragen können.

Für weitere Fragen stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung.
Ihr Gesundheitsamt